
Im September 2010 brachen 50 Landfrauen und -männer, bei strahlendem Wetter in eine Urlaubslandschaft wie aus dem Bilderbuch auf, in eine großartige Voralpen- und Gebirgslandschaft, mit ihrer Kunst und Kultur und ihrem lebendigen Brauchtum. Der erste Tag führte in den Raum Obergünzburg zu einem Kräuterlandhof, wo ein leckeres Mittagessen eingenommen wurde.
Im Anschluss führte die Bäuerin durch den Kräutergarten, wo sie die vielen Heilkräuter und ihre Wirkung erläuterte. Der Betrieb umfasst 22 ha Weideland und 5 ha Wald. Die 18 Mutterkühe, sowie die erlegten Hirsche liefern das Fleisch, das vom Bauern selbst geschlachtet und in der Küche zubereitet wird. Nur so kann man sich erklären, wie dieser Betrieb mit wenigen ha durch die Selbstvermarktung heute überleben kann.
Ein 4*-Hotel in Reutte war die Ausgangsstation der Landfrauen. Von dort war das nächste Ziel Oberammergau, der Ort der traditionsreichen Passionsspiele. Diese finden seit dem Pestgelöbnis 1634 alle zehn Jahre statt, im Jahr 2010 somit zum 41. Mal. Das Schauspiel dauert fast sechs Stunden und wird von vielen hundert Laien aufgeführt. Es handelt vom Leiden, Sterben und der Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus. In den imposanten Massenszenen sind bis zu 800 Personen auf der Bühne versammelt. Die Darsteller reißen das Publikum förmlich in das Geschehen von damals mit, und das Ganze beeindruckt die Zuschauer in großem Maße.
Nach diesem erlebnisreichen Tag standen die Kristallwelten in Wattens auf dem Programm. Eine unterirdische Landschaft aus Tausenden von Kristallen wartete, und die Wunderkammern bergen eine fantastische Installation funkelnder Werke großer Künstler. Das Herzstück ist der „Centenar“ mit 300.000 Karat, der größte geschliffene Kristall der Welt. Beim Gang durch Eisgasse und Kristallwald wurde man von geheimnisvollem Funkeln begleitet.
Nach dieser Faszination des Lichtspiels begab sich die Gruppe nach Innsbruck, der Landeshauptstadt Tirols. Der Gang der Stadtführung durch die Altstadt führte natürlich zum „Goldenen Dachl“, das sich Kaiser Maximilian als Denkmal erbauen ließ. Ebenso beeindruckte der Dom St. Jakob, wo das am meisten verbreitete Muttergottesbild, das Gnadenbild Maria Hilf, zu sehen ist. An vielen Häuserfronten ließ man davon eine Kopie anbringen. Die Hofkirche, der Hofgarten und das Glockenmuseum sind Zeugen aus der Zeit des Habsburgischen Regierungssitzes. Als krönender Abschluss der Führung durfte im Café Sacher ein Stück Sachertorte nicht fehlen.
Der Programmhöhepunkt für den folgenden Tag war die Besichtigung des Königsschlosses Neuschwanstein. Im Jahre 1869 wurde der Grundstein gelegt und mit dem Bau begonnen. Nachdem König Ludwig der Zweite dann 1886 tragisch ums Leben kam, blieb das Schloss unvollendet. Ein Teil wurde noch gebaut und die 16 Zimmer konnte man besichtigen. Der prächtigste und eindrucksvollste Raum ist zweifellos der sakralwirkende Thronsaal, wo jedoch der Thron fehlt.
Nach diesen fünf Höhepunkten der Lehrfahrt stand nun noch ein kurzer Stop in der Stadt Füssen an und der Wissensdurst der Landfrauen war gestillt. So gingen vier erlebnis- und lehrreiche Tage zu Ende, die einen bleibenden Eindruck hinterließen. Die Gruppe der Trierer Landfrauen kehrte zufrieden mit ihren Männern nach Hause.
An dieser Stelle finden Sie Reiseberichte und Fotos aus vergangenen Informationsfahrten des Landfrauenverbandes Trier.