
Im März 2011 führte unsere Halbtagesfahrt ins Hohe Venn in der Eifel. Dort unternahmen wir eine Wanderung durch die faszinierende Natur.
Das Hohe Venn ist eine Hochfläche an der Grenze zwischen Deutschland und Belgien mit einer Größe von etwa 4500 ha. Seit 1992 sind dort Moore und Heiden sehr streng geschützt. Als Hochmoor sind große Flächen ausgebildet, wovon sich der Name ableitet: Venn, Fenn.
Botrange ist die höchste Erhebung im Hohen Venn mit 694 m über NN und gleichzeitig der höchste Punkt in Belgien.
Das Hohe Venn gehört zum linksrheinischen Teil des Rheinischen Schiefergebirges und grenzt an die Ardennen und die Eifel. Die besonderen landschaftlichen Merkmale des deutsch-belgischen Naturparks Hohes Venn – Eifel sind weitgezogene Berghöhen, Wald und Wasser. Es ist für Europa ein einzigartiges Hochmoorgebiet. Das Klima ist rau und die Niederschläge sind hoch. Die hohen Niederschlagsmengen ließen seit der Eiszeit die europaweit bedeutenden Hochmoore entstehen. Eine zentrale Bedeutung bei der Entstehung der Hochmoore kommt den Torfmooren zu. In eigenen Zellen speichern sie große Mengen an Wasser und scheiden im Austausch gegen Nährstoffe Säure aus.
Die im Naturschutzgebiet heimischen Pflanzenarten spiegeln die besonderen Lebensbedingungen auf torfigem Boden und in feucht-kühlem Klima wieder. Sie sind typische Vertreter von Moorheiden und Mooren. Der Bewuchs sind Heidepflanzen wie Besen- und Glockenheide, sowie das gefleckte Knabenkraut, Lungen-Enzian, Sonnentau, Moosbeere und Wollgras. Die Beweidung wurde untersagt. So verbreiteten sich immer mehr buschige Sträucher und das Pfeifengras. Im Herbst leuchtet das Gras in unverwechselbarem Rost-orange. Im Winter und Frühjahr bestimmt ein blasses Gelb die Farbe der Landschaft.
Eine weitere ökologische Besonderheit ist die Galmeiflora. Diese Pflanzengemeinschaft, deren Arten sich im Lauf der Jahre anpassen konnten, findet man auf den schwermetallhaltigen Böden. Galmeigebiete gehören zu den seltensten Biotopen der Eifel.
Die Palsen sind eine weitere Besonderheit. Sie sind ringförmige Wälle, die einen Moortümpel oder verlandete Moortümpel umschließen. Die Pflanzen in Moor und in der Heide sind sehr trittempfindlich, weswegen der Weg in besonders schützenswerten Gebieten über Bohlenstege verläuft.
Nach der Wanderung durch das Hohe Venn machten wir den Abschluss im Schloss Niederweis. In einem schönen Ambiente ließen wir uns das Abendessen schmecken. Im Anschluss konnten wir eine romantische Schlossführung bei Kerzenschein genießen.
An dieser Stelle finden Sie Reiseberichte und Fotos aus vergangenen Informationsfahrten des Landfrauenverbandes Trier.